„Another Louvre“: unsere Erfahrung mit der Louvre-Führung für 12 €
Unser kurzes Fazit
Interessant für Kunstfreunde, aber kein Pflichtprogramm.
Die Beschreibung des Museums verrät wenig über den Namen hinaus. Wir nahmen an „Another Louvre“ auf Englisch teil und zeigen Saal für Saal, was wir sahen.
- 12 €Zusätzlich zu unserem Eintritt für 22 €
- 90 Min.Dauer unserer Führung
- 10:30Regulärer Vormittagstermin: Mo., Fr., Sa.
Wir empfehlen sie für den zweiten oder dritten Besuch, wenn man die Mona Lisa und die Meisterwerke bereits kennt. Beim ersten Mal sollte man mit den berühmtesten Werken beginnen.
Welche offiziellen Führungen der Louvre anbietet
Neben den Angeboten der Partner veranstaltet das Museum eigene Führungen. Sie sind auf der offiziellen Ticketwebsite buchbar. Die folgenden drei Programme finden auf Englisch statt. Sie kosten 12 €, ermäßigt 9 €, zusätzlich zum Eintritt.
| Führung auf Englisch | Inhalt | Reguläre Zeiten außerhalb der Schulferien |
|---|---|---|
| Welcome to the Louvre | Mona Lisa, Nike von Samothrake und mittelalterlicher Burggraben | Täglich außer dienstags um 11 und 14 Uhr |
| Another Louvre | Weniger bekannte Werke abseits des Gedränges | Montags, freitags und samstags um 10:30 Uhr; freitags auch um 18 Uhr |
| Louvre Family | Für Kinder von 6 bis 10 Jahren | Donnerstags, samstags und sonntags um 10 Uhr |
Zeiten am auf den offiziellen Seiten geprüft. Während der Schulferien sind Änderungen möglich. Prüfen Sie vor der Buchung den Kalender.
Vom 17. Oktober bis 1. November 2026 nennt das offizielle Programm von „Another Louvre“ montags, freitags, samstags und sonntags Termine um 10:30 und 14:30 Uhr sowie freitags um 18 Uhr.
Die hier besprochene Führung fand auf Englisch statt. Dieser deutsche Bericht bedeutet nicht, dass „Another Louvre“ auf Deutsch angeboten wird. Prüfen Sie vor der Buchung die tatsächlich angegebene Sprache und Uhrzeit.
Achten Sie auf den Beginn. „Welcome to the Louvre“ auf Englisch startet normalerweise um 11 oder 14 Uhr, wenn es im Museum besonders voll ist. Für uns passte der Samstagstermin von „Another Louvre“ um 10:30 Uhr gut in den Vormittag.
Warum wir „Another Louvre“ wählten
Wir kennen uns beide mit griechischer und römischer Geschichte aus und brauchten für die berühmtesten Werke keine Führung. Nach unserem Einlass um 9 Uhr sahen wir uns die Mona Lisa, die Nike von Samothrake und die Venus von Milo allein an. Um 10:30 Uhr schlossen wir uns der Führung durch weniger besuchte Säle an. Hier lesen Sie, wie unser früher Vormittag verlief.
So läuft die Führung ab
Wir buchten Führung und Eintrittskarten zusammen auf der offiziellen Website, 39 Tage vorher. Vor Ort sind diese Schritte nötig:
- Zum Gruppenempfang unter der Pyramide gehen. Laut Ticket kann der Weg dorthin bis zu 30 Minuten dauern.
- Einen Empfänger mit Kopfhörern abholen und dafür Reisepass oder Personalausweis hinterlegen.
- Taschen und Mäntel bei Bedarf in den kostenlosen Schließfächern daneben verstauen.
- In einem der nummerierten Räume auf die Führung warten.
Unsere Gruppe bestand aus etwa 20 Personen, die Führung war auf Englisch. Die Führerin war sachkundig und freundlich. Sie begann mit einer kurzen Einführung im Raum: Kopfhörer testen, Kanal auswählen, Museumsaufbau und Ablauf erklären.
Der Treffpunkt liegt außerhalb der Ausstellungssäle. Das war kein Problem: Nach der Führung passierten wir erneut die Ticketkontrolle und betraten einen anderen Flügel. Die Führerin bestätigte, dass das erlaubt ist. Nur wer das Gebäude verlässt, kann nicht wieder hinein.
Was wir bei „Another Louvre“ sahen
Die Führung umfasste mehr Werke, als wir hier zeigen können. Diese Stationen blieben uns besonders in Erinnerung, in der Reihenfolge unseres Besuchs.
Cour Marly
Der Rundgang begann in der Cour Marly, Saal 102 im Richelieu-Flügel auf Ebene −1. Der ehemalige Innenhof trägt heute ein Glasdach. Die französischen Skulpturen, geschaffen für königliche Gärten und Plätze, stehen dadurch weiterhin im natürlichen Licht.
Zuerst hielten wir vor Guillaume Coustous aufbäumenden Pferden von Marly an. In der Mitte unserer Collage ist Boreas entführt Oreithyia von Gaspard Marsy und Anselme Flamen zu sehen.
Cour Puget
Gleich daneben liegt die Cour Puget, Saal 105 im Richelieu-Flügel auf Ebene −1, mit französischer Bildhauerei vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.
Wir begannen bei Martin Desjardins’ Vier Gefangenen von 1679–1682. Die vier Bronzefiguren verkörpern besiegte Mächte: Spanien, das Heilige Römische Reich, Brandenburg und Holland. Ursprünglich gehörten sie zum königlichen Denkmal auf der Place des Victoires in Paris.
Im selben Hof stehen Sébastien Slodtz’ Hannibal und Nicolas Coustous Julius Caesar. Sie entstanden für die Gärten von Versailles, kamen 1722 in die Tuilerien und 1872 in den Louvre.
Arturs Favorit war Herkules im Kampf mit dem in eine Schlange verwandelten Acheloos, eine 2,6 Meter hohe Bronze von François-Joseph Bosio aus dem Jahr 1824.
Die Schlange ist nicht die Hydra, sondern Acheloos, ein Flussgott, der seine Gestalt wechseln konnte. Die beiden kämpften um die Hand Deianeiras.
Herkules hält ihn mit einer Hand fest und hebt die andere zum Schlag.
Codex Hammurapi
Von den Skulpturenhöfen gingen wir hinauf zu den altorientalischen Sammlungen auf Ebene 0.
Der Codex Hammurapi in Saal 227 ist eine 2,25 Meter hohe babylonische Basaltstele, fast 3.800 Jahre alt. Sie wurde in Susa im heutigen Iran gefunden.
Aus der Nähe lässt sich jede Zeile der Keilschrift erkennen: 282 Bestimmungen zu Familie, Eigentum, Handel, Arbeit und Straftaten.
Cour Khorsabad
Einige Räume weiter liegt die Cour Khorsabad, Saal 229 im Richelieu-Flügel auf Ebene 0. Dort stehen die geflügelten Stiere unseres Titelbilds. Diese Lamassu bewachten einst den Palast des assyrischen Königs Sargon II. in Dur-Scharrukin, dem heutigen Khorsabad im Irak. Sie entstanden 721–705 v. Chr. und sind über vier Meter hoch.
Von zwei Seiten ansehen: Jeder Stier hat fünf Beine. Von vorn scheint er stillzustehen, von der Seite zu gehen.
Im selben Hof hält ein Held einen Löwen. Häufig wird er als Gilgamesch, König von Uruk, gedeutet. Die über fünf Meter hohe Figur ist frontal dargestellt — eine ungewöhnliche Haltung in der assyrischen Kunst.
Ebih-Il aus Mari
Die Statue des Ebih-Il in Saal 234, Richelieu-Flügel, Ebene 0, entstand um 2400 v. Chr. Der Würdenträger aus Mari im heutigen Syrien sitzt mit zum Gebet gefalteten Händen. Für Artur war sie eine der schönsten Entdeckungen des Tages.
Besonders auffällig sind die Augen: Lapislazuli, in Muschel eingelegt und mit schwarzem Ton umrandet. Nach mehr als 4.400 Jahren wirken sie noch lebendig. Die Inschrift auf der Schulter widmet die Statue der Göttin Ischtar.
Der Kegel des Urukagina
Im nächsten Raum erwartete uns etwas Unerwartetes: ein Reformtext, der etwa 600 Jahre älter ist als der Codex Hammurapi.
Der Kegel des Urukagina in Saal 236 stammt aus der Zeit um 2350 v. Chr. Der 27 Zentimeter hohe Tonkegel aus Girsu im alten Sumer berichtet, wie Urukagina, Herrscher von Lagasch, Machtmissbrauch und ungerechte Abgaben begrenzte.
Er zählt zu den ältesten bekannten Texten über Recht und Regierung.
Ein Fenster mit Blick auf die Pyramide
Danach stiegen wir zur niederländischen Malerei hinauf, um Rembrandt zu sehen. Unterwegs hielten wir an einem Fenster über der Cour Napoléon. Nach einer Stunde im Museum tat es gut, I. M. Peis Pyramide von oben zu betrachten.
Rembrandt im Abstand von 27 Jahren
In Saal 844 im Richelieu-Flügel auf Ebene 2 hängen drei Selbstbildnisse Rembrandts nebeneinander. Für Artur war das einer der eindrucksvollsten Momente der Führung.
Zwei stammen von 1633, als er ungefähr 27 Jahre alt war: ein selbstbewusster junger Maler, einmal mit Barett und Goldkette, einmal ohne Kopfbedeckung. Das dritte Bild von 1660 zeigt ihn mit 54 Jahren an der Staffelei, mit einer schlichten Kappe.
Dazwischen lag sein Bankrott von 1656. Nebeneinander betrachtet wirken die Bilder wie ein Blick auf den Verlauf eines Lebens.
Im selben Saal hängen die ganzfigurigen Porträts eines jungen Amsterdamer Ehepaars, Marten Soolmans und Oopjen Coppit, gemalt 1634.
Frankreich und die Niederlande kauften die beiden Bilder 2016 gemeinsam. Sie müssen stets zusammenbleiben und werden abwechselnd im Louvre und im Rijksmuseum ausgestellt. Bis 2029 sind sie in Paris. Um 12 Uhr endete unsere Führung nach 90 Minuten.
Stärken und Einschränkungen
Was uns gefiel
- Ruhige Säle, die viele Besucher auslassen
- Eine sachkundige und freundliche Führerin
- Nur 12 € zusätzlich zum Eintritt
- Eine verständliche Einführung in den Museumsaufbau
Was man vorher wissen sollte
- Feste Tage und Uhrzeiten, die sich während der Schulferien ändern können
- Die besuchten Säle werden nicht vorher genannt
- Treffpunkt unter der Pyramide, außerhalb der Ausstellungssäle
- Nicht die beste Wahl für den ersten Besuch
Offizielle Führung oder Führung eines Partners?
Beide Möglichkeiten funktionieren. Der Unterschied liegt in der Gestaltung des Vormittags.
Unser Ablauf
Einlass um 9 Uhr + offizielle Führung
- Preis
- 34 € pro Person (22 € + 12 €, EWR-Tarif)
- Zeit im Museum
- Mindestens 3 Stunden
- Mona Lisa
- Allein, vor dem stärksten Andrang
Die günstigere dieser beiden Möglichkeiten, doch der Louvre nimmt einen großen Teil des Tages ein.
Der ideale Ablauf Bequemer
Führung um 9 Uhr
- Preis
- Etwas höher: verfügbare Preise ansehen
- Zeit im Museum
- 2–3 Stunden
- Mona Lisa
- Mit einer zugelassenen Führung vor dem stärksten Andrang
Früher Einlass und Führung in einer Buchung über einen offiziellen Partner des Louvre.
Warum das eine Rolle spielt: Für die meisten Besucher reichen zwei bis drei Stunden im Louvre. Danach lassen Aufmerksamkeit und Kräfte nach. Nur wegen einer späteren Führung den ganzen Tag zu bleiben, lohnt sich nicht immer.
Einlass und Führungen um 9 Uhr vergleichenGruppenführungen der PartnerPrivate Führungen
Lohnt sich die offizielle Louvre-Führung?
Sie ist eine angenehme Vertiefung, aber nicht unverzichtbar. „Another Louvre“ passt zum zweiten oder dritten Besuch, wenn man die Mona Lisa und die Meisterwerke bereits kennt, möglichst mit Erläuterungen, und aus Interesse an Kunst mehr entdecken möchte. Beim ersten Besuch werden Ihnen vermutlich die bekanntesten Säle mehr bedeuten. Beginnen Sie dort.
Häufige Fragen
Ist der Eintritt in den 12 € enthalten?
Nein. Die 12 € gelten nur für die Führung. Zusätzlich ist eine Eintrittskarte nötig: 22 € zum EWR-Tarif oder 32 € für andere Besucher.
Wie lange dauert „Another Louvre“?
Unsere Führung dauerte 90 Minuten, von 10:30 bis 12 Uhr.
Wo ist der Treffpunkt der offiziellen Führung?
Am Gruppenempfang unter der Pyramide. Planen Sie bis zu 30 Minuten ein, um ihn zu erreichen.
Kann man nach der Führung wieder in die Säle?
Ja. Wir passierten danach erneut die Ticketkontrolle und betraten einen anderen Flügel. Nur wer das Gebäude verlässt, kann nicht wieder hinein.
Für wen eignet sich „Another Louvre“?
Für wiederkehrende Besucher und Kunstfreunde, die die Meisterwerke bereits kennen. Beim ersten Besuch empfiehlt es sich, mit den wichtigsten Werken zu beginnen.
Was unterscheidet „Welcome to the Louvre“ und „Another Louvre“?
„Welcome to the Louvre“ stellt die berühmten Meisterwerke vor. „Another Louvre“ widmet sich weniger bekannten Werken und ruhigeren Sälen.
Sieht man die Mona Lisa bei der offiziellen Führung ohne Gedränge?
Kaum. „Welcome to the Louvre“ auf Englisch beginnt üblicherweise um 11 oder 14 Uhr, wenn besonders viel los ist. Für mehr Ruhe können Sie sie um 9 Uhr allein besuchen oder eine Partnerführung um 9 Uhr wählen.
Wie wir die Führung bewerteten
- Wir buchten und bezahlten Eintritt und Führung selbst auf der offiziellen Website, 39 Tage vorher zum vollen Preis: jeweils 22 € + 12 €.
- Wir nahmen am Samstag, 10. Oktober 2026, um 10:30 Uhr an „Another Louvre“ auf Englisch teil.
- Alle Fotos stammen von uns. Die Bildunterschriften nennen die von unseren Geräten aufgezeichnete Pariser Ortszeit.
- Angaben zu den Werken prüften wir anhand der im Text verlinkten Louvre-Seiten und des Sammlungskatalogs.
- Die Termine prüfen wir alle paar Monate erneut im offiziellen Kalender.
Louvre Last Minute ist ein unabhängiger Vergleich. Für diesen Bericht erhielten wir keine Bezahlung. Bei einer Buchung über einen Partnerlink erhalten wir möglicherweise eine Provision.